MTOP Storytelling Abdi

Sobald ich in Österreich war, habe ich mir neue Ziele gesetzt – dass ich zu studieren und zu arbeiten beginne und ein gutes Leben hier haben werde.

Beim #MTOPstorytelling erzählen unsere Associates ihre Geschichte. Wie war für sie das Ankommen in Österreich, was war schwierig und wie sind sie damit umgegangen?
Lass dich von unseren MTOP Stories inspirieren!


Abdiwah Matkher Adan

Mein voller Name ist Abdiwahab Mathker – das ist nicht so leicht zu merken, deshalb nennen mich viele Leute Abdi. Ich bin 27 Jahre alt und komme aus Somalia. Ich bin im August 2012 als Flüchtling nach Österreich gekommen. 

Damals war ich 18 Jahre alt und zu Beginn war ich in Traiskirchen – in einem Raum mit 11 oder 12 anderen Leuten zusammen – mit Hochbetten. Es war schwierig sich ein Zimmer mit so vielen Menschen zu teilen und auch stundenlang in der Essensschlange zu stehen war neu. Auch war ich das Essen nicht gewohnt, es war alles neu. Ich war ganz alleine und musste bei Null anfangen, auch bei der Sprache. 

Dann bin ich nach Wien gekommen und wieder war das Essen ein Thema. Ich bekam sofort Besteck und Geschirr und musste selber kochen, aber in Somalia hab ich nicht einmal Tee selber gemacht (lacht). An die erste Woche kann ich mich gut erinnern, ich hab drei Tage nur Brot gegessen. Ich habe schnell kochen gelernt. Eine ältere Dame aus Somalia und ein Herr aus Pakistan, die im selben Haus gewohnt haben, haben mir dabei geholfen. Ich habe um Hilfe gebeten und der Mann ist sogar mit mir einkaufen gegangen, ja daran kann ich mich gut erinnern, ich habe mich hilflos gefühlt.  

In Somalia, bevor ich nach Österreich gekommen bin, habe ich maturiert und meinen Onkel im Familienbetrieb unterstützt.

Sobald ich in Österreich war, habe ich mir neue Ziele gesetzt – dass ich zu studieren und zu arbeiten beginne und ein gutes Leben hier haben werde. Wenn ich ein Ziel vor Augen habe z.B. an der WU zu studieren, dann – egal wie schwierig der Weg dorthin ist – ich weiß, dass ich das schaffe, dass ich das irgendwie hinbekomme. Das ist meine Lebenseinstellung. Momentan ist es mein Traum einen Master zu machen und einen guten Job zu finden.

“Dann bin ich nach Wien gekommen und wieder war das Essen ein Thema. Ich bekam sofort Besteck und Geschirr und musste selber kochen, aber in Somalia hab ich nicht einmal Tee selber gemacht.”

Auf MTOP bin ich durch meine Vereinsarbeit gestoßen. Ich habe den Verein Garas Aid – Entwicklungshilfe für Somalier gegründet und da bekomme ich viele Infos und Nachrichten rein. Einmal hatte ich die Information von MTOP in meiner Inbox und habe auf den Link geklickt. Ich dachte – ich bin am Ende meines Studiums und muss mich bald bewerben, da passt das gut – und somit habe ich mich bei MTOP beworben. 

MTOP ist für mich eine große Hilfe. Ich wusste nach dem Studium noch nicht in welche Richtung ich gehen möchte und da bekam ich eine Orientierungshilfe. Auch wie ich meine Unterlagen professionell gestalten kann, habe ich gelernt. Man bekommt viele Tipps und eine gute Beratung. Auch Kontakte zu Unternehmen kann man über MTOP knüpfen. Wenn man Deutsch nicht als Muttersprache spricht, ist es eine große Hürde seine eigenen Bewerbungsunterlagen zu schicken, ohne dass diese jemand durchliest oder kontrolliert. Diese Unterstützung habe ich bekommen. MTOP war für mich da, um mir das zu geben, was ich gebraucht habe.

“Wenn ich ein Ziel vor Augen habe z.B. an der WU zu studieren, dann – egal wie schwierig der Weg dorthin ist – ich weiß, dass ich das schaffe, dass ich das irgendwie hinbekomme. “

Zur Zeit arbeite ich in einem Praktikum bei IKEA, das ich mit Hilfe von MTOP gefunden habe. Ich habe das ehrlich gesagt nicht erwartet, dass ich in so kurzer Zeit etwas bekomme – das kam innerhalb eines knappen Monats auf mich zu. 

Wir hatten bei MTOP ein HR breakfast, das ist eine Veranstaltung, bei der wir Associates mit verschiedenen Unternehmensvertreter*innen in Kontakt kommen können. Man kann dabei Fragen stellen und sich austauschen. Auch jemand von IKEA hat daran teilgenommen und hat nach dem Termin nach meinem Lebenslauf gefragt. Es folgte ein Kennenlerngespräch mit vier Mitarbeiter*innen von IKEA, es war wirklich mehr ein freundliches Kennenlernen als ein Interview – und nach nur einer Stunde bekam ich einen Anruf, dass ich ein Praktikum machen kann!

Ich bin jetzt die dritte Woche im Praktikum und dadurch, dass alle im Home Office arbeiten, kann ich meine Kolleg*innen nur virtuell kennen lernen. Das Home Office ist nicht ideal für einen Start, aber es wird jede Woche besser und macht mir auch viel Spaß.

” MTOP war für mich da, um mir das zu geben, was ich gebraucht habe.”

MTOP bedeutet More Than One Perspective  – Perspektiven zu haben, bedeutet für mich, dass ich verschiedene Wege gehen kann – dass ich nicht nur auf eine Richtung eingeschränkt bin, sondern die Ressourcen und Fähigkeiten entwickelt habe auch andere Richtungen gehen zu können.

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