MTOP Storytelling NIKEN Hidyarni

“Für mich persönlich ist der bleibende Kontakt wichtig, besonders in einem neuen Land. Ich kenne das MTOP-Team gut und es bleibt eine Verbindung, wir bleiben in Kontakt und das ist cool. MTOP hat mich richtig unterstützt.”

 
Beim #MTOPstorytelling erzählen unsere Associates ihre Geschichte. Wie war für sie das Ankommen in Österreich, was war schwierig und wie sind sie damit umgegangen?
 
Lass dich von unseren MTOP Stories inspirieren!

 

Niken Hidyarni

Ich bin Niki, ich bin 31 Jahre alt und komme aus Indonesien. Wegen meines Mannes, der Österreicher ist, bin ich im Februar 2020 hergezogen. 

Davor habe ich in Indonesien eigentlich einen Bachelor in Psychologie gemacht, aber danach als Management Trainee in einer Bank gearbeitet. Dann bin ich nach Irland gegangen und habe dort ein Masterstudium absolviert. Nach meinem Abschluss war ich noch eine Zeit in Indonesien und habe dort in verschiedenen Banken im Bereich Strategie und Produktentwicklung gearbeitet.

 “Es klingt vielleicht komisch, aber die größten Schwierigkeiten, nachdem ich nach Österreich gekommen bin, hatte oder habe ich mit dem Wetter (lacht).”

Es klingt vielleicht komisch, aber die größten Schwierigkeiten, nachdem ich nach Österreich gekommen bin, hatte oder habe ich mit dem Wetter (lacht). In Indonesien hat es das ganze Jahr über 30 Grad, wir haben dort tropisches Klima und es ist sehr feucht. Hier in Österreich hat mein Körper sich immer noch nicht an die Temperaturen gewöhnt. 

Ein anderer Punkt ist aber auch die Sprache. Deutsch ist nicht einfach beziehungsweise war nicht einfach zu lernen. Ich habe gleich nach meiner Ankunft Deutschkurse gesucht und damit begonnen die Sprache zu lernen. Das war gerade eine Woche vor dem Lockdown im März 2020. Am Anfang war es frustrierend, aber jetzt kann ich schon gut genug Deutsch, um es in alltäglichen Aktivitäten zu benutzen und meine Meinung zu äußern. Jetzt arbeite ich in der Versicherungsbranche und in der Arbeitssprache sind die Fachbegriffe, wie zum Beispiel die mathematischen Begriffe, auf Deutsch trotzdem noch schwierig.

Auf der anderen Seite gibt es ziemlich viel, was ich an Österreich von Anfang an mochte. Ich mag es, wenn alles in Ordnung ist und Dinge funktionieren. In Indonesien ist das Leben eher hektisch, jeder ist oft zu spät. Ich mag Pünktlichkeit und wenn klar ist was ich machen muss, damit ich etwas erreiche. Das mag ich sehr an der österreichischen Kultur.

“Aber jetzt mit Job kann ich wirklich mein Leben leben und das gibt mir mein Selbstvertrauen wieder.”

Als ich nach Österreich gekommen bin, hat mir eine Beraterin von Check-in Plus (Anm.: einer vom AMS geförderten Beratungsstelle für Migrant*innen) von MTOP erzählt. Sie hat mich sehr unterstützt und mich darin bestärkt, mich bei MTOP zu bewerben. Am Anfang war ich nicht so begeistert, weil ich nicht wusste wie das funktionieren wird und ob ich etwas Neues lernen kann. Aber weil sie mich überzeugt hat, habe ich es versucht und mich bei MTOP beworben. Alles hat mir so geholfen. Wirklich alles. 

Für mich persönlich ist der bleibende Kontakt wichtig, besonders in einem neuen Land. Ich kenne das MTOP-Team gut und es bleibt eine Verbindung, wir bleiben in Kontakt und das ist cool. MTOP hat mich richtig unterstützt. 

Durch MTOP konnte ich meinen Lebenslauf und mein Motivationsschreiben auf Deutsch übersetzen und habe viele Probeinterviews gemacht. Ich hatte einige Job Interviews und es kamen auch Absagen. Letztendlich habe ich aber durch MTOP einen Job als Projektmitarbeiterin bei der Zürich Versicherung gefunden. Als ich mich zuerst beworben habe, wurde ich abgelehnt, aber nach zwei Monaten gab es eine neue Stelle und ich wurde wieder angerufen, ob mich die Stelle interessiert. Damit hat es dann geklappt.

“Seit ich meinen Job in Österreich begonnen habe, hat sich viel verändert. Ich habe Selbstbewusstsein.”

Meinen jetzigen Job mag ich sehr gerne. Obwohl es eine Verbindung zur Finanzindustrie gibt, ist er doch komplett anders. Zusätzlich ist es ja auch ein anderes Land, der Markt ist komplett anders. Ich lerne jetzt den österreichischen Markt, die Produkte und Eigenheiten kennen. Der Arbeitsstil ist auch anders, es ist sehr spannend. Im Vergleich zu Indonesien ist es hier netter (lacht), die Leute sind hilfbereiter und Zusammenarbeit in einem Team ist sehr wichtig – wie wichtiger als Konkurrenz, obwohl man im gleichen Team ist.

Seit ich meinen Job in Österreich begonnen habe, hat sich viel verändert. Ich habe Selbstbewusstsein. Ein Neustart ist immer auch eine schwierige Zeit – und es war ja auch Corona. Als ich zuerst keinen Job gefunden habe, habe ich mich gefragt ob meine Erfahrungen nicht zählen oder nicht genug sind, um in diesem Land zu arbeiten. Aber jetzt mit Job kann ich wirklich mein Leben leben und das gibt mir mein Selbstvertrauen wieder.

Auch in Zukunft möchte ich gerne weiterlernen und mich weiter entwickeln. Ich probiere viele Dinge aus, vergrößere mein Netzwerk und ich engagiere mich auch viel für ehrenamtliche Tätigkeiten. Das ist mir sehr wichtig und dadurch habe ich auch viele neue Sachen gelernt. Ich möchte gerne meinen Beitrag leisten und ich sehe, dass Leute mit Migrationshintergrund und vor allem Frauen noch Schwierigkeiten haben, sich hier zu integrieren. Denn sie hatten vielleicht in ihrem Land keine Chance gewisse Dinge (z.B. Sprache, EDV-Basis) zu lernen. Deswegen möchte ich mich engagieren, damit sie in Österreich ein besseres Leben haben können.

“Es gibt auf indonesisch einen Spruch, den ich gern habe. Er heißt ungefähr “we can only control what we can control” und bedeutet, dass nicht alles in unserem Einflussvermögen steht.”

Es gibt auf indonesisch einen Spruch, den ich gern habe. Er heißt ungefähr “we can only control what we can control” und bedeutet, dass nicht alles in unserem Einflussvermögen steht. Ich kann zum Beispiel nicht kontrollieren, wenn jemand anderer etwas Schlechtes über mich denkt oder sagt, deswegen lasse ich es nicht an mich herankommen. Wir können aber unsere Energie dorthin geben, was wir kontrollieren können. 

Wie wir die Welt sehen und wie wir andere Leute sehen verändert sich mit der Zeit. Durch MTOP bin ich mit vielen anderen Nationalitäten in Kontakt gekommen. Dadurch konnte ich viele andere Perspektiven kennen lernen und auch besser verstehen, warum und wie andere Leute etwas sehen. So höre ich Geschichten und Dinge, die ich noch nie davor gehört habe. Das ist gut für die Perspektive und macht die Menschen weniger wertend. Ich denke, jeder sollte mehrere Perspektiven haben.

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